MONSTERS OF LIEDERMACHING, 28.04.2016, Münster, Sputnikhalle

Heute freue ich mich riesig Euch nicht nur die Fotos von einem wundervollen MONSTERS OF LIEDERMACHING Konzerts zeigen zu dürfen, sondern auch den ersten Gastbeitrag auf meiner Website. Und zwar in Worten von dem unglaublich begabten und umwerfend aussehenden Totte (siehe Titelbild), seines Zeichen 1/6tel der Monsters of Liedermaching. Vielen Dank an dieser Stelle dafür lieber Totte!

„Münster, oh du holde Stadt am Gewässer, welches güldenes Sonnenlicht spiegelt. Aber nur kurz, dann doch wieder Regen und Wolken in der Farbe eines Raben. Sprach selbiger: „Nimmermehr!“

Soviel zur Poesie.

Wir sind jetzt den 14ten Tag auf Tour, und das kann ich Euch verraten: Die Abläufe ähneln sich zum verwechseln. Ich wache auf und fühl ich klebrig. Wie auf einem Campingausflug. Deie fleißgen Helfer der Sputnikhalle, in der wir heute gastieren, haben alle Hände voll zu tun, anscheinend war gestern eine Teenagerpyjamaparty in dem Raum, der heute als unser Backstagebereich dienen soll. Ich sehe Pappteller, verschmierte Gläser und Flaschen kiloweise und zerknautschte Schlafsäcke allerorten.

Rasch wende ich den Blick ab und greife mir ein Handtuch aus dem Wäscheberg. Duschen, ich muß duschen. Ein Tag auf Tour ohne Gedusche, ist ein verlorener Tag. Das stammt von Hans Christian Andersen und ist somit verbrieft wahr.

Wie ich so dusche, will ich Euch gerne verraten: So wie die meisten.

Beim Abtrocknen merke ich, daß ich mir versehentlich einen Waschlappen gegriffen hab, was die Abtrockenprozedur sicher drollig hat aussehen lassen. Weiß nicht genau, ich vermeide derzeit den Blick zum Spiegel.

Was schön ist: Inzwischen stehen Kaffee und Brötchen parat, ich bin aber zu Kaffee und latsch rasch durch die Stadt, um Tabak zu kaufen. Anschließnd einen Cafe au lait in einer riesigen Kaffeerösterei, aber der war eher mau, zumal mir der Kaffeeröster nach der Bezahlung mit tiefem Blick verriet, daß ich die total falsche Wahl getroffen habe. Der Cappuccino hätte es sein sollen, so er, der Cafe au Lait sei völliger Unsinn. Ich danke freundlich, bevor ich ihm einen Kaffeelöffel ins rechte Auge treibe und alle Kaffeebohnen an die Armen verteilt habe. Jedenfalls erinnere ich das so.

Wieder in der Halle kann ich alle beim geschäftigen Treiben beobachten: Sitzen und auf Laptops schaun. Dieser Rock’n’Roll ist ein einziger Höllenritt!

Glücklicherweise fällt uns auf, daß wir noch Sekt brauchen, weil Sekt irgendwie so prickelt, also ziehen Börnski et moi nochmal los und kaufen ordentlich ein.

Danach mit Soelve „Lily Hammer“ auf Laptop. Eine schöne, aber nicht besonders ausgefallene Serie mit dem ehrwürdigen Little Steven in der Hauptrolle. Kennt Ihr nicht? Lernt ihn kennen. Besser wär das. Aber schaut Sopranos. Ist besser.

Die Merchcowboyclique kommt heute und das gibt natürlich großes Hallo. Außerdem noch viele Freunde und Bekannte und über 350 Gäste, die uns nicht näher bekannt, dafür aber sehr mitklatschwillig sind. Zugegeben: In der ersten Hälfte unseres Konzerts, ist alles ein bißchen gemäßigt, es ist allerdings auch so, daß gerade diese Hälfte etwas sperrig dahertänzelt. Das ist bewußt so, aber manchmal auch etwas verwirrend für Leute, die uns zum Beispiel nur von Festivals kennen.

Aber dafür geht’s dann auch bei der zweiten Hälfte ziemlich ab, es wird auf beiden Bühnenseiten mächtig geprostet und gefeiert, Konfettigranaten explodieren eigentlich ständig und es wird noch ziemlich ausgelassen.

Puff! Unser 14tes Konzert. Wie die Zeit doch plötzlich rast. Im Anschluß an den Auftritt trinke ich mit sympathischen Menschen noch eine Spur zu lange und zuviel, weshalb ich das Busladen verpasse, aber so fidel, wie alles gerade ist, darf man auch mal loslassen. Merci vielmals, liebes Münster, der Cola Korn-Chor war formidabel, und der Rest auch.Das wollen wir bald wieder machen, ok?

Ich trinke Sekt und Bier und rauche lange Zigaretten und die Welt verschwimmt. Dabei fragt Rüdi, ob ich einen Tourbericht übernehmen könnte. Ist ja auch viel, über ein Dutzend Konzerte zu beschreiben, und dabei zu versuchen, einzelne magische Perlen herauszufiltern, aus dem abgedumpften Tourhirn. Ich habe deshalb das Berichteschreiben auch irgendwann drangegeben. Bin ganz aus der Übung. Heute ists besonders schwer, denn mein Kopf ist im Nebel und ich habe alles vergessen, was man erzählen könnte.

„Aber ich weiß doch nix…“ sage ich hilflos.

„Sie werden dir verzeihen.“ flüstert Rüdi.

Ich hoffe, er hat recht.“

(Quelle: monstersofliedermaching.de)

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