Alles auf Rausch bei FEINE SAHNE FISCHFILET

Am vergangenen Samstag machten FEINE SAHNE FISCHFILET im Rahmen ihrer „ALLES AUF RAUSCH“-Tour erneut in Dortmund Halt. Diesmal in der neuen Phönixhalle. Eine neue Eventlocation welche auf dem ehemaligen Hoesch „Phönix-West“ Hochofengeländes in einer Industriehalle entstand. Erst wenige Konzerte fanden hier seit der Eröffnung im November 2017 statt, was sich leider am schlecht eingespielten und teilweise hilfs- und orientierungslosen Garderoben- und Thekenpersonal wiederspiegelte. Selbst als man die Halle betrat und Vorband AUDIO88 & YASSIN bereits zugange war, bot sich ein riesiger Stau auf dem Weg zur Garderobe, weswegen viele Besucher ihre Jacken und Taschen in den Innenraum mitnahmen, und diese zu späterer Stunde versuchten abzugeben. Wollte man sich alternativ ein Bier für sportliche 6,60€ gönnen, musste man sich schonmal bis zu 30 Min. anstellen – und in meinem Falle sogar mit leeren Händen ausgehen. Hier besteht dringender Nachbesserungsbedarf. Das sollten bis hierhin die einzigen negativen Worte dieses Berichts sein.

Ansonsten präsentierte sich die neue Phönixhalle in schickem Oldschool-Industriehallen-Charme und bot trotz hoher Decken, blanker Ziegelstein- und Betonwänden einen erstaunlich guten Sound.

Nachdem AUDIO88 & YASSIN ihren letzten Song zum Besten gaben, wurde die Bühne mit einem weißen Vorhang verdeckt, auf dem ein großes FSF Logo prangte. 10 Minuten vor offiziellem Beginn ertönte das Intro und mit den ersten Klängen von „Zurück in unserer Stadt“ und es ging ab. Und es ging richtig ab!
Die Setlist besteht überwiegend bis auf wenige Ausnahmen aus Songs der letzten beiden Alben, welche sich hervorragend ergänzen. Songs der älteren Alben sind „Dorffeste im Herbst“, „Mit Dir“, „Geschichten aus Jarmen“ sowie der Über-Song „Komplett im Arsch“.
„Ostrava“ ist der einzige Song des Debütalbums „Backstage mit Freunden“ aus dem Jahr 2009, ein Song für die Rostocker Fußballszene. Diesen Song spielen sie heute Abend für Hannes, einem Hansa Rostock und Feine Sahne Fischfilet Fan welcher nur wenige Tage zuvor im viel zu jungen Alter von nur 21 Jahren verstorben ist. Alles in allem steht der gesamte Abend im Zeichen großer Solidarität – und zwar nicht nur im Zeichen Solidarischer Worte sondern vorallem auch solidarischer Taten, zu denen Monchi immer wieder aufruft. Ein großartiges Bild hierfür ist ein junger Mann im Rollstuhl welcher übers Publikum getragen wird. Wie Monchi bereits relativ früh am Abend ankündigte, wird er eine Menge reden, und so wundert oder stört sich niemand an seinem hohen Redeanteil. „Angst frisst Seele auf“ widmen die Jungs ihrer langjährigen Freundin und der linken Politikerin Katharina König, zu derer ausdrücklichen Ermordung eine Fascho-Band (Name bekannt, bekommt hier aber keine Erwähnung) aufruft.
Dass bei Feine Sahne Fischfilet aber nicht nur Politik und „sich gerade zu machen“ im Vordergrund steht, beweisen solche Aktionen wie das aufblasbare Bananenboot bei „Mit Dir“ worin Fans übers Publikum rudern, sowie das riesige Pfeffi-Fass bei „Geschichten aus Jarmen“ und Monchi, welcher bei „Komplett im Arsch“ kurzerhand selber ins Publikum klettert.
Mit „Weit hinaus“ und einem Trommelfeuer aus der Konfettikanone beenden FSF einen unfassbar intensiven und gelungenen Abend. Wenn man beachtet dass die Phönixhalle mit 3.600 Personen restlos ausverkauft war, und die Band vor zwei Jahren noch im kleineren FZW vor ca. 600 Personen gespielt haben, ist das einerseits ziemlich beeindruckend und andererseits wegweisend für die Zukunft, welche die Jungs hoffentlich noch vor sich haben. Verdient haben sie es!

01. Zurück in unserer Stadt
02. Für diese eine Nacht
03. Alles auf Rausch
04. Solange es brennt
05. Schlaflos in Marseille
06. Mit Dir (Bananenboot)
07. Ich mag keinen Alkohol
08. Dorffeste im Herbst
09. Angst frisst Seele auf
10. Alles anders
11. Niemand wie ihr
12. Geschichten aus Jarmen
13. Ostrava
14. Suruc
15. Wut
16. Zuhause
17. Komplett im Arsch

18. Dreck der Zeit
19. Warten auf das Meer
20. Lass uns gehen

21. Wo niemals Ebbe ist
22. Wir haben immernoch uns
23. Weit hinaus

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